Cristina Ohlmer LICHT LÖSCHEN mit Insert

Universität Karlsruhe Zentrale Betriebstechnik, Gebäude 1122

Kunst am Bau, Realisierung August/Oktober 2003

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Maß: 220 x 340 cm (Motiveinsatz: 120 x 150 cm); Bildhöhe: 440 cm ab Boden

Technik: Farbstifte, Bleistift auf Wand, 90° Pacific MSR 575W Profilscheinwerfer 

Ort: Betonstirnwand im Treppenhaus, mittig

LICHT LÖSCHEN
Die Arbeit ist einfach mit Buntstift und Grafit auf die unter der Bildfläche nur weiß grundierte Wand gemalt und fixiert. Die Malerei entsteht durch abwechselnde komplementär nebeneinander gefügte Farbstrichelung mit fließenden Übergängen zwischen den Gegensatzpaaren rot/ grün, gelb/ violett, bzw. blau/ orange, so dass letztendlich eine irisierende Farblandschaft zu sehen ist. Eine abschließende Patina aus Grafit verleiht dem Bild bleierne Tiefe. Die Bildfläche ist das Lichtfeld eines kaschierten Profilscheinwerfers (mit Gobo), von dem sie ebenso überstrahlt ist. Die Farbe leuchtet unter dem Grafitfilm heraus. Ebenso reflektiert die Oberfläche durch die Anstrahlung silbrig und hell. An den Bildrändern erscheint als Folge des extremen Farbe / Licht Kontrastes das Streulicht intensiver, als man es vom Betrachten eines projizierten Lichtbildes gewohnt ist. Die Arbeit ist von einer Corona gesäumt, die das Bild optisch aus der Wand heraus löst. Die Untergrundwand selbst bleibt die Sichtbetonwand ohne Ausbesserung von Herstellungsspuren.
Das Bild wirkt wie eine transparente Licht durchflutete Scheibe farbigen Glases.

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INSERT
Mittels Farbnuancen ist es möglich - dem monochrom erscheinenden Bild – das Motiv einzuzeichnen. Ein kleineres Bildfeld (120 x 150 cm) rechts unten – das Insert – zeigt als Motiv einen Ausschnitt von Karlsruhe, der Fächerstadt mit ihrer Universität. Es gilt für die Umsetzung nicht eine genaue Ablesbarkeit, vielmehr ein subtiles Einbinden in die Farbwirkung der gesamten Bildfläche: irisierend und eher als eine flüchtige Ahnung gedacht.

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Die Scheinwerferposition  ist in 300 cm Abstand zur Wandarbeit mittig über der dritten oberen Rahmenhorizontale der Betonblende beim Treppenaufgang befestigt.  Als entscheidender Faktor zählt natürlich der offensichtliche Dialog der beiden in ihrem unmittelbaren Gegenüber. Ein Gobo, zusätzlich zu den Shuttern, gleicht den Bildverzug des 90° Weitwinkels aus. Der Scheinwerfer erhält mit einer Zeitschaltuhr eine Lichtchronologie für  - eine abwechslungsreiche rhythmische Folge im Tagesablauf - die  ideale technische Haltung für das Gerät im Lichteinsatz (+/-  2 Stunden Rhythmus)

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LICHT

Pacific 90° Super Wide ist der weitstrahlendste Profilscheinwerfer – speziell für Projektionen aus sehr kurzer Entfernung und für Goboprojektion.

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Selecon´s einzigartiges 80 V Hochleistungssystem bietet eine größere Lichtausbeute mit rein weißem Licht, bei gleichzeitig 40 – 50 % Energieeinsparung.

 

ARCHITEKTUR KUNST STANDORT

Im Eingangsbereich des Gebäudes 1122 verbindet die Treppe direkt an einer Wandseite entlang alle Etagen, und gibt so einen offenen großzügigen Luftraum frei. Die Schnittstelle zu diesem bildet eine Ständerwand aus Beton. Die fensterartigen Zwischenräume bieten dem Besucher - gleich Logen in einem Theater - wechselnde Perspektiven auf die gegenüberliegende Wandseite.
Für LICHT LÖSCHEN mit Insert,  einem Dialog zwischen Licht und Bild (-farbe), bietet sich hier ein idealer Standpunkt zu seiner Inszenierung.
Das architektonische Element ist sowohl das Gerüst (Licht), als auch das Fenster, bzw. der Rahmen (Bildbühne) für die irisierende Erscheinung gegenüber: ein Bild , an eine eine 3D – Projektion erinnernd, seiner Materialität enthoben und eine Irritation für den Blick, der den Focus sucht, wo das Innen, wo das Außen beginnt.

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