CRISTINA OHLMER

TRAUM 2011-2012

oder

der aufgehaltene Aufstieg eines Oktokopters im Kunstverein Freiburg

1

Filmprojekt mit 2 simultanen HD Projektionen, 2 Sichtweisen für einen gleichen Ablauf.

Ein Oktokoptermodell fliegt wie ein verirrtes Insekt aufwärts, nachdem es sich in weiter Unendlichkeit im Kunstverein Freiburg wieder findet.

Die Publikation zeigt als „drittes Auge“ die Film/Teamarbeit zur Realisierung von TRAUM: DINA 5 quer, 40 Seiten, 4 Farben,

Text: Dietrich Roeschmann

Fotos: Désirée Binder, Marc Doradzillo, Cristina Ohlmer, Stefan Reisinger

Herausgeber: T66 kulturwerk Freiburg G. Martin Krauss, Cristina Ohlmer, Alte Feuerwache Mannheim Siegfried Dittler

Man stelle sich eine Libelle vor, die sich in einem Raum verirrt, aus dem sie gerne wieder entkommen möchte: Sie fliegt ins Licht, aber noch lange nicht ins Freie…Fenster, Glas, Spiegel und andere - ihr den Weg versperrende - Hindernisse lassen sie anecken. Die Flügel knistern bei jedem unsanften Aufprall oder Fehlversuch. Als Beobachter wetteifert man mit ihrem feinsinnigen, aber desorientierten Gespür. Man erhofft das Aufatmen können. Wovon?

dazu Dieter Roeschmann in einer Bildbeschreibung der beiden Filmsequenzen. Sie werden simultan und parallel auf die Ausstellungswand projiziert. Zwei unterschiedliche Sichtweisen  können in einem Blick nachvollzogen werden.

(Auszug aus gleichnamiger Publikation, Präsentation zur Filmpremiere)

0:00
Ein dreifaches Piepen, die Rotoren springen an. Der heftige Flügelschlag der schwarzen Blättchen lässt das Ding am ganzen Körper zittern. Leises Sirren erfüllt den Raum, das sich langsam zu einem nervös raspelnden Pfeifen steigert. Vorsichtig schwankt der filigrane Körper zur Seite, dreht sich um die eigene Achse, taumelt unentschlossen auf zwei Beinen als suche er den Rhythmus eines lange vergessenen Tanzes, und beginnt dann in weiten Bögen ziellos durch den Raum zu schlingern wie eine gerade geschlüpfte Libelle auf der Jagd nach der ersten Nahrung.
1:00

Mit dem kühlen Blick eines Verhaltensforschers beobachtet eine Kamera jede seiner suchenden Bewegungen. Minutiös registriert sie kleinste Regungen dieses seltsamen Wesens: ein unschlüssiges Innehalten, einen Anflug von Neugier, Trotz, Aggression oder die rasante Pirouette, der ein übermütiger Satz in den weiten Raum folgt, bevor es ganz von der Bildfläche verschwindet. Für einen kurzen Moment ist von seinem Körper allein das entschlossene Schnarren der Rotoren zu hören, das die grelle Leere füllt, unterbrochen von überraschenden Querflügen aus dem Off, so schnell und unkalkulierbar als ginge es darum, dem dokumentarischen Blick der Kamera die Grenzen seiner Wahrnehmung aufzuzeigen.

Mit freundlicher Unterstützung: Karin Abt Straubinger Stiftung1Kunstverein Freiburg, Lothar Vollmer, Desiree Binder, Andreas Deufel von FTV - studios, Stefan Reisinger von sronefilm, T66 kulturwerk Freiburg, Alte Feuerwache Mannheim.

 

 

 

 

zurück